Auszeichnung für Nachhaltigkeit

Angekommen! Die Auszeichnung für nachhaltige Bildung hat nach der offiziellen Verleihung durch das Land NRW in der letzten Woche inzwischen ihren Weg nach Essen gefunden. Als einziges Essener Gymnasium darf sich die Goetheschule über eine Urkunde, ein Schild und ein Banner freuen, die symbolisch dafür stehen, dass sich Schülerinnen und Schüler im letzten Jahr intensiv mit den Bildungs- und Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen auseinandergesetzt haben.

Frau Barbara Wolf, Fachbereichsleiterin der Gleichstellungsstelle Essen (Mitte), und die stellvertretende Leiterin, Diplom-Sozialarbeiterin Christiane Volkmer (Zweite von rechts), statteten der Schule aus diesem Anlass am Dienstag, dem 20.9.2022, einen Besuch ab. Gemeinsam mit Schulleiterin Dr. Nicola Haas sahen sie sich das Interview an, das Jakub, Mieke, Marlene und Carla aus der Jgst. 10 im Essener Rathaus geführt hatten.

Thema des Interviews mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadt Essen war Geschlechtergerechtigkeit (Nachhaltigkeitsziel 5 der UN-Agenda). Im Projekt Just Justice?! – Ganz einfach Gerechtigkeit?! hatten die Schülerinnen und Schüler im letzten Jahr neben der Gleichstellungsstelle Essen auch mit einer türkischen Partnerschule zusammengearbeitet.

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In diesem Schuljahr führt die aktuelle Jahrgangsstufe 9 das Projekt mit eigenen Schwerpunkten fort. Unter dem Motto “Just Justice – Gerechtigkeit für alle!?” haben sie am Dienstag, dem 20.9.22, einen Online-Austausch mit einer Partnerschule in Uganda begonnen. Workshop-Leiter Bongani Makhubela aus Südafrika (unten Mitte) bereitete die Schülerinnen und Schüler im englischen Zweig auf die ersten Gespräche mit Gleichaltrigen vor.

Was daraus für die Zukunft wird? Am Freitag, dem 23.9.22 werden Lehrerinnen und Lehrer Konzepte zur künftigen (Weiter)Entwicklung der Schule besprechen. Parallel dazu wird es sicher auch Ideen und Wünsche von Schülerinnen und Schülern geben. Sie waren es schließlich, die 2021 den Anstoß gegeben haben, damit die Goetheschule sich heute zu den “Schulen der Zukunft” zählen darf.

Austausch mit Uganda

Die Schülerinnen und Schüler, die in Jgst. 9 Geschichte, Erdkunde und Politik in englischer Sprache gewählt haben, haben am Dienstag, dem 20.9.22, einen Online-Austausch mit der Gulu Central High School in Uganda zum Thema “Just Justice? – Gerechtigkeit für alle?” begonnen. Einige der Fragen, die die Schülerinnen und Schüler mit Gleichaltrigen besprechen werden, lauten: “Wie sieht die Situation von Mädchen und Jungen, Frauen und Männern in unseren Ländern aus?”, “Welche Rollenerwartungen gibt es?”, “Wie geht man mit Konflikten durch Ungleichbehandlung um?”.

Zum Auftakt kam Herr Makhubela aus Südafrika in den Unterricht und bereitete die Schülerinnen und Schüler auf den Online-Austausch vor. Herr Makhubela arbeitet als englischsprachiger Workshop-Leiter für „CHAT der WELTEN“ (CdW) und betreut dort speziell den Austausch zwischen Afrika und Europa.

CdW sagt über sich: „CHAT der WELTEN-Projekte bringen Menschen weltweit in einen Austausch und fördern ein gemeinsames Lernen mit- und voneinander. Nach dem Motto „miteinander statt übereinander sprechen“ tauschen sich Jugendliche aus Deutschland mit Gleichaltrigen aus. Der Austausch findet virtuell statt. Mit CHAT der WELTEN-Projekten soll die Digitalkompetenz und Kommunikationsfähigkeit der Teilnehmenden gestärkt und die kritische Reflexion eigener Handlungen und Werte gefördert werden.“

Der virtuelle Austausch wird durchgehend von Herrn Makhubela und seiner Kollegin Frau Schilb begleitet. Sie planen Diskussionsrunden, Online-Aufgaben und -spiele für die Schülerinnen und Schüler. Dafür sind sechs gemeinsame Sessions bis Weihnachten vorgesehen. Vorurteile, da sind sich die Referenten sicher, räumt man am besten aus, wenn man Jugendlichen den direkten Kontakt miteinander ermöglicht. Kulturelle Missverständisse lassen sich dabei nicht ausschließen. Man kann ihnen aber mit  Geduld, Offenheit und Toleranz begegnen, so dass am Ende hoffentlich ein größeres Verständnis für einander steht.

Das Projekt wird hauptsächlich durch das Programm „Bildung trifft Entwicklung“ finanziert, das vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung initiiert wurde.

Schule der Zukunft 2022

Um die Wette gestrahlt wurde am Dienstag, dem 14. September 2022, als die Goetheschule Essen in Krefeld offiziell als “Schule der Zukunft” ausgezeichnet wurde. Insgesamt 17 Schulen aus dem Regierungsbezirk Düsseldorf wurden von Marlies Dieckmann vom Umweltministerium (links), der Krefelder Bürgermeisterin Kerstin Jensen (Zweite von rechts) und Landeskoordinator Wulf Bödeker (rechts) im Rahmen des Schulprogramms  “Globales Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung” für ihre herausragende, zukunftsorientierte Bildungsarbeit gewürdigt.

Die meisten Projekte, die am Ricarda-Huch-Gymnasium in Krefeld präsentiert wurden, widmeten sich Umweltthemen, z. B. der naturnahen Gestaltung von Schulhöfen und Schulgärten, Recycling-Aktionen oder dem Färben mit Naturmaterialien. Einzig das von der Landesjury prämierte Projekt der Goetheschule stellte ein anderes Nachhaltigkeitsziel der Agenda 2030 in den Mittelpunkt:

Ziel 5: Geschlechtergleichheit. Dazu hatten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9 im Bilingual-Kurs von Frau Heup im letztenSchuljahr online mit einer türkischen Partnerschule gearbeitet und sich mit der Essener Gleichstellungsstelle ausgetauscht. Um die Wichtigkeit nachhaltiger Ideen im Schulgebäude sichtbar zu machen, unterstützte außerdem der Kunstkurs der Klasse 8 von Frau Bieniek das Projekt, indem die Schülerinnen und Schüler 1x1m großen Acrylbilder zur Agenda 2030 gestalteten, die heute im Neubau der Schule hängen.

Neben den Vertretern des Umwelt- und Bildungsministeriums besuchte auch die Landeskoordinatorin von Schule der Zukunft, Jennifer Kappmeier-Klenk (Dritte von links), am Tag der Feier den Stand der Goetheschülerinnen und -schüler und gratulierte gemeinsam mit Schulleiterin Dr. Nicola Haas (Dritte von rechts). Das Interview mit der Gleichstellungsstelle Essen, das Carla, Jakub, Marlene und Mieke (von links) gefilmt haben, wird  in der nächsten Woche der Presse vorgestellt. Dann wird auch verraten, wie es mit dem Projekt Just Justice – Ganz einfach Gerechtigkeit?! weitergehen wird.

Nachhaltiges Lernen im Schuljahr 2021/22

Durch die Glasfassade des Neubaus schimmert der Schriftzug “17 Goals” und zwischen bunten Emblemen das Wort “Gender”. Mit ihrem Kunstprojekt macht die Klasse 8c auf die Nachhaltigkeitsziele der UN und den aktuellen Schulschwerpunkt ‘Geschlechtergerechtigkeit’ aufmerksam.

Nachhaltige Bildung

Die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen sollen Menschen rund um den Globus dafür sensibilisieren, dass es in unser aller Verantwortung liegt eine Welt zu schaffen, in der wir und künftige Generationen gut miteinander leben können. Die Umsetzung dieser ‘Agenda 2030’ kann nur gelingen, wenn schon in der Schule ein Nachdenken darüber beginnt, was nachhaltiges Arbeiten und Lernen, nachhaltiger Naturschutz und eine nachhaltige Gesellschaft für uns bedeuten.

Ein Kunstprojekt zu den UN-Nachhaltigkeitszielen

Mit der Kunstausstellung der Klasse 8c im Treppenhaus des Neubaus soll für alle, die die Goetheschule besuchen, sichtbar werden, dass das Thema Nachhaltigkeit uns alle angeht. Die gewählten Symbole deuten zudem auf den Schwerpunkt hin, den sich die Jgst. 9 gewählt hat: Geschlechtergerechtigkeit: Just Justice?! – Ganz einfach Gerechtigkeit?!

Zwei Unterrichtsreihen zum Nachhaltigkeitsziel Geschlechtergerechtigkeit in Jgst. 9:

Die Gleichstellung der Geschlechter ist ein grundlegendes Menschenrecht, aber der gleiche Zugang zu Ressourcen und Chancen längst noch nicht für alle Realität. Unter dem Motto „Just Justice?! – Ganz einfach Gerechtigkeit?!“ haben sich Schülerinnen und Schüler des bilingualen Differenzierungskurses der Jgst. 9 mit dem eigenen Rollenverständnis auseinandergesetzt und gemeinsam mit der Gleichstellungsstelle Essen und der Beylikduzu Social Sciences High School in Istanbul die gesellschaftliche und politische Bedeutung von Geschlechtergerechtigkeit in den Blick genommen.

Sie haben die Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 kennengelernt und vor dem Hintergrund aktueller Forderungen von UN-Sonderbotschafterin Emma Watson und Schriftstellerin Chimamanda Ngozi Adichie diskutiert, wie eine gerechtere Gesellschaft aussehen sollte. Dabei wurden auch historische Ursachen von Ungleichbehandlung, mangelnder Teilhabe und geschlechtsbezogener Gewalt und häufig angeführte Begründungsmuster untersucht.

Geschlechtergerechtigkeit im Unterricht

Unterrichtsreihe 1: Gender Equality

Sex and Gender

  1. Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten die unterschiedlichen Bedeutungen der Begriffe „sex“ und „gender“ und stellen erste Überlegungen zu unterschieldlichen Rollenerwartungen mit Blick auf Jungen und Mädchen in den Bereichen Familie, Schule und Politik an.
  2. Sie erstellen Collagen über „gender stereotypes“ in ihrem eigenen Land und überlegen, wie sich diese auf die eigene Identität auswirken.
  3. Die Schüler suchen in der internationalen Presse nach je einem aktuellen Beispiel für die Ungleichbehandlung von Männer und Frauen und stellen dieses im Unterricht vor.

The UN and Gender Equality

  1. Die Schülerinnen und Schüler lernen die Geschichte und Organisationsstruktur der Vereinten Nationen kennen sowie deren Ansätze zur Förderung von Gleichberechtigung im Rahmen der Agenda 2030 und der HeForShe-Kampagne. Sie debattieren über selbst entworfene Model UN-Resolutionen.
  2. Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich anlässlich des International Day for the Elimination of Violence against Women am 25. November mit dem Thema ‚Gewalt gegen Frauen‘.
  3. Die Schülerinnen und Schüler diskutieren online mit türkischen Schülerinnen und Schülern über “What role do gender stereotypes play in your country?”, “Do girls and boys have the same opportunities?”, “Which gender issues do we need to deal with to stop discrimination and gender-based violence?”

Labels and Stereotypes

  1. Die Schülerinnen und Schüler untersuchen den Einfluss von Sprache auf das Rollenverständnis von Männern und Frauen.
  2. Das Problem der Toxic Masculinity und die Folgen für Männer und ihre Familien werden erörtert. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit der Gilette-Werbekampagne zum Thema auseinander.
  3. Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten die Rede von Sonderbotschafterin Emma Watson „Gender equality is your issue too”.

Adichie’s Feminist Manifesto

10.   Die Schülerinnen und Schüler lesen Adichies feministisches Manifest „Dear Ijeawele“, das 15 Vorschläge enthält, wie Mädchen künftig erzogen werden sollten. Je einen Vorschlag wählen sie aus, fassen ihn zusammen und ergänzen eigene Beispiele, Begründungen und weiterführende Ideen. Ihre Ergebnisse vergleichen sie in einer Online-Sessionn mit türkischen Schülerinnen und Schülern und überlegen gemeinsam, welche Ansätze in Adichies Manifest fehlen, z. B. für mehr digitale Gleichberechtigung.

Unterrichtsreihe 2: The History of Women

The Situation of Women Today

  1. Die Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich damit, wie Diskriminierung sichtbar wird und welche Kriterien der Global Gender Index anlegt.
  2. Schülerinnen und Schüler setzen sich mit dem Ursachen und Folgen des Phänomens der „glass ceiling“ in der Berufswelt auseinander.

The Roots and Effects of Patriarchism

  1. Schülerinnen und Schüler untersuchen, wie kollaborative Formen von Jagd und Nahrungssuche in der Frühzeit durch patriarchalische Gesellschaftsstrukturen in der Antike abgelöst wurden und welche Begründungsmuster (Essentialismus, Auslegungen biblischer Texte) bis zum Beginn der Aufklärung herangezogen wurden.
  1. Die Schülerinnen und Schüler erörtern die Ideen der Aufklärung und ihre Auswirkungen auf das Geschlechterverhältnis.
  1. Am Beispiel der Suffragetten-Bewegung in Großbritannien werden die Auswirkungen mangelnder politischer Partizipation besprochen sowie das Dilemma des Abwägens zwischen notwendigem zivilen Ungehorsam und gewaltsamem Widerstand, der Unschuldige gefährdet.

The Situation of Women and LGBTQ People Today

  1. Schülerinnen und Schüler erarbeiten ‚milestones‘ der Gegenwartsgeschichte auf dem Weg zu mehr Gleichberechtigung.
  1. Schülerinnen und Schüler lernen die Inhalte der Istanbul-Konvention kennen (The Council of Europe Convention on Preventing and Combating Violence against Women and Domestic Violence).
  1. Schülerinnen und Schüler setzen sich mit der Entstehung und Verbreitung von fake news und Verschwörungstheorien auseinander.
  1. Schülerinnen und Schüler untersuchen die aktuelle Desinformationskampagne, die sich die Abschaffung der Istanbul-Konvention zum Ziel gesetzt hat.
  1. Schülerinnen und Schüler interviewen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gleichstellungsstelle Essen über lokale Probleme hinsichtlich der Gleichbehandlung von Frauen und LGBTQ-Minderheiten und diskutieren Lösungsansätze.

 

 

Online-Unterricht zwischen Essen und Istanbul zum Thema Gender

Abends Schule? Das klingt ungewöhnlich. Gemeinsamer Unterricht von Jugendlichen aus Essen und Istanbul? Auch das gehört nicht gerade zum Routine-Programm. Am Freitag, dem 19.11.21, war also alles ein bisschen anders als gewohnt. 22 Schülerinnen und Schüler aus Frau Heups Bilingual-Kurs in Klasse 9 trafen auf 25 Schülerinnen und Schüler aus dem Englischkurs von Herrn Akduğan. Online tauschten sich die Jugendlichen in englischer Sprache über das Nachhaltigkeitsthema “Gender Justice” aus.

Diese länderübergreifende Kooperation schließt an unser Schwerpunktthema Just Justice?! – Ganz einfach Gerechtigkeit?! im Netzwerk ‘Schule der Zukunft’ an und widmet sich den UN-Nachhaltigkeitszielen 5, 16 und 17. Zu Beginn ging es um Fragen wie “What role do gender stereotypes play in your country?”, “Do girls and boys have the same opportunities?”, “Which gender issues do we need to deal with to stop discrimination and gender-based violence?”. Über das Videokonferenz-Tool von Teams konnte die gesamte Gruppe zugeschaltet werden, aber die Diskussion lief vorrangig in Kleingruppen in Breakout-Rooms.

Über den Online-Austauscht mit den türkischen Schülerinnen und Schülern berichtet Can Y. aus der 9. Klasse:

Our online conferences with a Turkish school

On the 19th November and 15th of December 2021 our class took part in online video conferences with a Turkish school in Istanbul. The video conferences took place in an app called Microsoft Teams, which allowed us students to join and discuss with each other. After a certain time in the conference, we were put into different groups. Each group consisted of 5-7 people from Germany and Turkey.

The point of the video conferences was not only to get to know the different opinions of another culture, but also to discuss specific topics and to share different or similar views with each other. Especially if the person with whom you were exchanging ideas had completely different living conditions, both in an economic and an everyday sense, it made us as students fully aware of other people’s way of living and thinking and this also expanded our knowledge about one another.

After joining the groups for the first time, it was important to get to know each other to create a more comfortable and open conversation, before talking about our views. It was quite fascinating to hear about the other students’ opinions on gender. Especially when many others expected that the point of view of a person from a wholly different culture would be completely different from ours. Most German students, for example, did not expect the Turkish students to be so much against traditional gender roles or that they were against Erdogan’s view on women.

There were even a couple of groups which tried to find solutions in order to break up gender roles and put an end to inequality against women. A stereotype that we could break is the idea that blue is a color for boys and for boys only. If we stopped showing boys in the media only wearing blue or playing with blue toys, but introduced boys and girls to a variety of colors for them, this would help children to grow up in a society without stereotypical gender roles, at least with regards to color and gender.

Overall, it can be said that it was an interesting experience and it was great to have the chance to exchange opinions and to get to know more about the current situation in Turkey, because the conversations we had maybe even managed to change other people’s point of views.

We are all looking forward to talking to the Turkish students again next year.

Can Y., Year 9