Erasmus-Qualitätssiegel

Die Goetheschule wird für ihre internationale Projektarbeit von 2020 bis 2023 ausgezeichnet.

Schon die ersten beiden Erasmus-Projekte der Goetheschule, Transforming Europe und Post-factEUal, hatten es in der Abschlussbegutachtung durch den Pädagogischen Austauschdienst unter die besten in Deutschland koordinierten Lerninitiativen geschafft. Transdigital Education, ein dreijähriges Projekt zum ganzheitlichen Lernen mit Kopf, Herz, Hand und Computer, erhält nun ebenfalls das Qualitätssiegel der Kultusministerkonferenz.

In der Begründung der Gutachter heißt es: “Fünf Schulen aus Deutschland, Dänemark, Polen, Spanien und Litauen haben erfolgreich zusammengearbeitet, um das Fremdsprachenlernen, kritisches Denken, digitale Kompetenz und Lernautonomie zu fördern. Dabei wurde ein ganzheitlicher Ansatz zur Vermittlung digitalbezogener Kompetenzen verfolgt. Das Projekt konnte die angestrebten Schwerpunkte und Ziele umfassend umsetzen und auf hohem Niveau bearbeiten. Der ganzheitliche Ansatz, der sogenannten Internetgeneration neben digitalen Kompetenzen auch analoge Kompetenzen mit Herz, Hand und Kreativität zu vermitteln, überzeugt. Darüber hinaus stellen die adressierten Themen und Aktivitäten wie Biodiversität und kooperative Gruppenarbeit in einer Fremdsprache relevante Bedürfnisse der Zielgruppe dar. Auch die Schule und ihre Akteure konnten durch die Vernetzung mit anderen (Bildungs-)Experten und Forschungseinrichtungen von dem Projekt profitieren. Darüber hinaus sorgten die unterschiedlichen Expertisen der Partnerschulen und der beteiligten Akteure neben dem kulturellen Aspekt für einen europäischen Mehrwert. Die beteiligten Lernenden haben in den Modulen sowohl fachlich also auch sprachlich einen Wissens- und Kompetenzzuwachs erfahren.”

Von 2020 bis 2023 haben unsere Schülerinnen und Schüler mit einer beachtlichen Zahl von Expertinnen und Experten zusammengearbeitet. Wir bedanken uns sehr herzlich für die Unterstützung

in Ikast, Dänemark, durch

  • Prof. Signe Normand, Aarhus University,
  • Biodiversity Consultant Kristian Jørgensen, Aarhus Botanical Gardens,
  • Biologist Pernille Andersen, Mols Bjerge National Park,
  • Anne Jul Kristensen, Representative of the Ikast Municipality,
  • Teachers from Aarhus Lærerseminarium,
  • Lecturers from VIA University College;

in Šiauliai, Litauen, durch

  • Kamilė Šeraitė, Consultant of the Lithuanian Ministry of Defence,
  • Volunteers of the European Solidarity Corps,
  • Workshop Leaders of the Jewish City Museum, Lublin,
  • Tour Guides of Majdanek Extermination Camp and the former Gestapo Headquarters,
  • Tour Guides of Lublin Synagogue;

in Essen, Deutschland, durch

  • Julie Stearns, professional trainer, coach (DGfC), theatre director and lecturer at Duisburg-Essen University and the Folkwang University of Arts,
  • Ines Dettmann, Head of Junges Literaturhaus Cologne,
  • Dr. Antje Arnold, Lecturer at Cologne University,
  • Bernhard Demel, Environmental Scientist and Workshop leader at the School of Nature / Environment Education Centre Essen, Essen Gruga Park,
  • Sabrina Heiser, Marine Biologist, The University of Alabama at Birmingham;

in Strasbourg, Frankreich, durch

  • Diana Riba, Member of the European Parliament,
  • Tour Guides of the European Parliament,
  • Tour Guides of the Council of Europe;

Barcelona (Spanien):

  • Designers and Project Developers at Barcelona Fab Lab.

Dank unserer Unterstützer und engagierter Lehrerinnen und Lehrer konnten wir eine bunte Mischung von Lernaktivitäten zusammenstellen, die Schülerinnen und Schüler auf ganz unterschiedlichen Ebenen angesprochen haben. So haben wir zum Beispiel

  • Insektenhotels und Vogelhäuschen gebaut und einen Schulgarten angelegt;
  • mit dänischen Biologen und Ratsvertretern über Möglichkeiten für mehr Artenschutz diskutiert;
  • Naturaufnahmen mit der Kamera gemacht und künstlerische Pflanzenbilder gemalt;
  • einen Flyer für dänische Familien erstellt, um mehr Biodiversität in den Gärten von Ikast zu ermöglichen;
  • unsere Naturwissenschaftslehrer zum Fröschefangen in den Gruga-Park geschickt 😉
  • mit einer Vertreterin des EU-Parlaments in Strasbourg gesprochen und vieles über die politischen Einrichtungen und Prozesse der EU erfahren;
  • Kurzfilme über klassische Denkfehler und Argumentationsfallen gedreht;
  • eine Beraterin des litauischen Verteidigungsministerium über den Ukrainekrieg befragt;
  • einen Podcast über den Einfluss von Social Media auf Persönlichkeit und Selbstwahrnehmung erstellt;
  • Theaterstücke geschrieben und auf die Bühne gebracht;
  • einen Buchwettbewerb mit digitalen Medien organisiert;
  • Videokonferenzen mit Teams und Zoom abgehalten;
  • über relevante Trends für die Zukunft Europas recherchiert, Info-Grafiken dazu erstellt und präsentiert;
  • unterschiedliche Lernformen ausprobiert, wie z. B. Online-Lernen mit Materialien von Yad Vashem und dem United States Holocaust Museum und das Lernen an Erinnerungsorten, wie bei unserem Besuch im NS-Todeslager Majdanek;
  • mit Kialo online debattiert und mit eTwinning online Ideen und Ergebnisse ausgetauscht;
  • MOOCs (Massive Open Online Courses) zum selbstständigen Lernen belegt und in Lerntagebüchern über unsere Erfahrungen reflektiert;
  • digitale Mindmaps erstellt zur Frage ‘Was ist überhaupt Bildung?’;
  • das Fab Lab in Barcelona besucht, wo Design, Digitales und Handwerk zusammengeführt und Ideen für die Zukunft entwickelt werden;
  • mit Adobe eine eigene Projekt-Website erstellt.

Und was haben wir am Ende gelernt? Vielleicht,

… dass digitale Kompetenzen ein wichtiger, aber letztlich nur ein kleiner Teil einer vielfältigen Lernwelt sind;

… dass Lernen Spaß macht, wenn wir gemeinsam Grenzen überwinden;

… dass Bildung so viel mehr ist, als das, was im Stundenplan steht.

Karmen Heup