Thailand-Austausch 2024

Our Exchange with Thailand

Our Thailand project was a wonderful experience and a chance to learn about the differences between our cultures and traditions. It started with a visit from Suraporn Suriyamonton, an inspiring person, who brought her culture and traditions into our classroom. She showed us a calendar of the traditions the Karen, her community, celebrate around the year. Additionally, she made us aware of the political problems they have in Thailand. We loved talking to her and questioning her about her community and the similarities and differences we noticed.

After this, we started to read a graphic novel titled “Let’s Go Back Home”, which had been sent to us by the Karen. In this graphic novel we learned about a young man who went to a big city to pursue his dream of studying and then came back to his community to relearn his people’s traditions. The comic also introduced us to traditional rotational farming that the Karen use to sustain themselves. Even though many Western people think that the Karen harm the rainforest when they use fire clearing, this actually improves the health of the forest when letting it regenerate for 7-12 years.

We also watched a documentary by Dr Prasert Trakansuphakon to further our knowledge about the Karen way of living. This helped us to interview the scientist and his son, who experienced a similar life as the main character in the graphic novel “Let’s Go Back Home”. In the videoconferences with them, we learned about their goal to save their traditions and culture despite the government accusing the Karen of destroying the forest and making laws to forbid them to cultivate land in the forest.

With all this information we talked to the students of the Khunmaeyod School. In this videoconference we learned about the daily lives of teenagers in indigenous communities. The students were really energetic, lively and great to talk to. This made the experience even better. We loved to learn about their interest in social media, because this is a similarity that we share.

Our last conference was with the musician Chi Suwichan, who talked about his experience when leaving his community to pursue his career. In this interview we learned that his main goal is to share the knowledge indigenous people have and that he wants to be their messenger. He is a very sweet person and talked about his adventures and how he balanced city life and his life in his indigenous community.

This was the end of our adventure of learning about the Karen and the different aspects of their daily life, culture and traditions. Our favourite moment was the videoconference with the musician Chi Suwichan, because he not only shared his journey of becoming a musician with us but also his childhood memories.

Ella & Zarah, Year 9

Wanna know what else we think about the exchange?

“When we were first introduced to the idea of an exchange with students in Thailand, we were rather surprised as this didn’t cover the normal topics that we had worked on in the past.”

Lea, Year 9

 

“We noticed that even though we had thought of ourselves as unbiased, there were many things that we didn’t know or understand about the Karen.”

Pia, Year 9

 

“We got more and more excited about finally getting to meet different and impressive people, such as students from the Mae Yod School, Dr Prasert Trakansuphakon or a popular musician called Dr Chi Suwichan. Asking them questions in the video conferences resulted in some misunderstandings, for example due to different definitions of “pets”: Dr Trakansuphakon, for example, proudly told us about their elephants.”

Carlotta, Year 9

Und jetzt auf DEUTSCH:

In den letzten Wochen durften wir im Bilingual-Unterricht die Kultur, Werte und Traditionen der „Karen Community“ kennenlernen und haben uns mit einer thailändischen Schule ausgetauscht. Die Karen sind ein indigenes Volk und leben im Norden von Thailand. Zuerst lernten wir ein Mitglied der Karen kennen, Suraporn Suriyamonton. Durch sie bekamen wir erste Eindrücke ihrer Kultur.

Außerdem hatten wir eine sehr lebendige und offene Videokonferenz mit den Schülern der Khunmaeyod School. Nach einer kurzen Kennlernphase, in der wir alle noch etwas schüchtern waren, ergab sich eine lockere und fröhliche Stimmung. Wir unterhielten uns über sehr einfache Themen, wie Freizeitaktivitäten, Lieblingsessen oder Musik, die wir gerne hören.

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Am besten hat uns jedoch die Videokonferenz mit dem Musiker Chi Suwichan gefallen. Chi ist ein Musiker aus Thailand. Er wuchs im indigenen Volk der Karen auf und ging, um zu studieren, in die Stadt. Heute macht er traditionelle Musik und lebt von dem Geld, welches er durch seine Musik und seine Arbeit an der Universität verdient. Besonders dankbar sind wir für seine Ehrlichkeit und Offenheit. Chi hat uns tiefe Einblicke in sein privates Leben gegeben. Zum Beispiel hat er uns erzählt, dass er mit der Musik angefangen hat, um den Leuten seine Kultur nahzubringen. Zudem haben wir erfahren, auf welche Probleme Chi traf, als er zum Studieren in die Stadt zog und wie schwierig es war, sich an all die großen Veränderungen zu gewöhnen. Zusammenfassend war es ein sehr spanendes Projekt mit einzigartigen Möglichkeiten, die Karen kennenzulernen.

Jonna & Luise, Klasse 9

Das denken wir über den Online-Austausch:

“Obwohl wir nicht nach Thailand geflogen sind, haben wir viel über Kultur, Werte, Gewohnheiten und Religion gelernt. Die Pagenyaw (Karen) sehen sich als Teil der Natur, was sich auch in ihrem Glauben widerspiegelt. Unter den Indigenen findet man Christen, Buddhisten und Animisten. Animisten glauben an die Geister der Vorfahren und die des Landes sowie an Wassergötter.”

Kimiya, Klasse 9

 

“Unser Austausch mit den thailändischen Schülern war eine bereichernde Erfahrung. Trotz der räumlichen Distanz haben wir einen tiefen Einblick in die Kultur und das Leben der Pagenyaw (Karen) erhalten. Besonders beeindruckt hat uns ihr respektvoller Umgang mit der Natur und ihr reiches Wissen über traditionelle Lebensweisen. Diese Erfahrungen haben unser Verständnis für kulturelle Vielfalt erweitert und uns gezeigt, wie wertvoll und einzigartig jede Kultur ist.”

Lena, Klasse 9

Wir bedanken uns sehr herzlich beim Institut für Ökologie und Aktions-Ethnologie (INFOE), das diesen Austausch ermöglicht hat.

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Fotos:

K. Heup, Karen-Projekt © 2024

Foto von Z auf Unsplash. Lizensiert zur freien Verwendung. 

Schulpartnerschaft mit Thailand

Fast 9.000 Kilometer entfernt liegt unsere neue Partnerschule, die Khunmaeyod School in Thailand. Das Besondere: Die Schule befindet sich mitten im Gebiet der indigenen Volksgruppe der Karen.

„Call me Su,“ fordert Suraporn Suriyamonton von der Pestalozzi-Stiftung für Kinder die Schülerinnen und Schüler des englischen Differenzierungskurses der Jgst. 9 am Donnerstag, dem 21. März 2024 auf, als sie den Klassenraum betritt. Su gehört selbst zum Volk der Karen und stellt sich im traditionellen Gewand vor, das mit Stickereien geschmückt ist. Die Reise nach Essen hat sie gemacht, um den Schülerinnen und Schülern erste Einblick in die Lebensweise ihres Volkes zu geben.

Jugendliche Karen lieben TikTok, erzählt sie, aber genauso sehr traditionelle Sprechgesänge, die dem Rap ähneln. Auf ihrem Stundenplan steht auch ‚indigenes Wissen‘, das die Alten an die junge Generation weitergeben. Der Schulgarten ist besonders wichtig, um die einheimischen Pflanzen intensiv kennenzulernen. Im Karen-Kalender finden sich viele Feste, die in Europa völlig unbekannt sind. Das Büffel-Fest, zum Beispiel, zeigt, wie eng verbunden die Karen mit den Tieren sind, mit denen sie Landwirtschaft betreiben. Ein Büffel ist nicht einfach nur ein Nutztier. Einem Büffel muss der Mensch für seine Arbeit danken. Auch die Bäume des Waldes werden verehrt, denn nur wenn man Mensch und Natur als Einheit begreift – so die Philosophie der Karen – ist ein gutes Leben möglich.

Über Traditionen, Geschichten, Musik und die Einstellung zur Natur werden sich die Schülerinnen und Schüler in den folgenden Monaten online austauschen, auf einer Lernplattform und per Videokonferenz. Organisiert wird dieser ungewöhnliche Austausch von Sabine Schielmann, Projektkoordination für “Indigene Völker und nachhaltige Entwicklung”. Sie arbeitet für INFOE, das Institut für Ökologie und Aktions-Ethnologie e.V. in Köln, und ist mit nach Essen gekommen, um die Schülerinnen und Schüler zu treffen.

Mehr über unsere Partnerschule und das Projekt gibt es unter Partner*innen für die Begegnungen mit Karen-Schulen in Thailand.

Text: Karmen Heup

Illustrationen:

The Karen Calendar & Alphabet: K. Heup, S. Schielmann, 2024

Karen girls 2010, Takeaway, This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International license.

Festival of Hope

Am Dienstag, dem 19. März 2024, beteiligte sich die Goetheschule am Festival of Hope der International IB World Schools. Das Festival soll Schulen daran erinnern, dass sie in einer Zeit vielfältiger Krisen die Aufgabe haben, jungen Menschen einen positiven Weg in die Zukunft zu weisen, sie gleichsam ‘krisenfest’ zu machen.

“Im Angesicht sozialer Ungerechtigkeit, militärischer Auseinandersetzungen mitten in Europa und globaler ökologischer Katastrophen, ist es verständlich, wenn wir zweifeln, ob wir diesen Herausforderungen gewachsen sein werden,” meinte Karmen Heup. “Aber zweifeln heißt nicht verzweifeln. Wenn junge Menschen schon in der Schule die Erfahrung machen, dass sie etwas bewegen können, dass sie im Kleinen eigenständig Lösungen entwickeln können, werden sie als Erwachsene Antworten auf die großen Zukunftsfragen finden, werden sie ihre Zukunft selbst gestalten und Verantwortung übernehmen können.”

Und schon regte sich Widerspruch in der Aula der Goetheschule. Tonia, Marlene und Johann begannen ein Streitgespräch darüber, wieso in Politik und Schule in Sachen Nachhaltigkeit nicht viel entschlossener gehandelt wird und ob Einzelne überhaupt etwas ändern können. Eine Überleitung für den United Change Club, der die Bühne übernahm und die eigene Arbeit vorstellte.

Marlene (President) und Pauline (Co-President) moderierten die Vorstellung der Club-Aktivitäten. Mieke erklärte dem Publikum zunächst das Konzept von Nachhaltigkeit, bevor Anna und Valentina über das neue Club-Projekt berichteten. Mit Blick auf die anstehende Europa-Wahl 2024 möchten die Schülerinnen und Schüler bis zum Sommer vor allem Gleichaltrige für online verbreitete Fake News und gezielte Desinformationskampagnen sensibilisieren.

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Danach erzählte Inas von der Zusammenarbeit mit Schüler-Clubs in Spanien und Zypern in diesem Schuljahr. Julius wies darauf hin, dass jedes Mitglied durch die wöchentlichen Global Chats an kurzen Austausch-Sessions mit Schülerinnen und Schülern aus der ganzen Welt teilnehmen kann, und Johann beschrieb, wie die vierteljährlich stattfindenden Buddies without Border-Foren ablaufen, durch die  Schülerinnen und Schüler in internationalen Teams Erfahrungen mit Projektarbeit über Grenzen hinweg machen können. Lemi sprach über die Möglichkeit, ein mehrmonatiges Online-Praktikum bei Starbucks oder Microsoft zu absolvieren, wozu besonders erfolgreiche Club-Mitglieder eingeladen werden. Zum Abschluss ermutigte Sophie als Marketing Officer dazu, sich über Instagram mit den Club-Mitgliedern zu vernetzen und sich über die Aktivitäten der Schülerinnen und Schüler auf dem Laufenden zu halten. 

Festival of Hope – Programm

Der zweite Teil des Abends war der Verleihung des ZONTA Young Women in Public Affairs Award gewidmet. Für ihr herausragendes ehrenamtliches Engagement – nicht nur als Präsidentinnen von United Change – erhielten Marlene Walter (Jgst. 11) und Pauline Schepke (Jgst. 12) den ersten und zweiten Preis.

→ Lesen Sie hier mehr zur Preisverleihung.

Schulkinotag

Ein Teil des Differenzierungskurses “Gesellschaftswissenschaften Bilingual” der Jgst. 9 nahm am Dienstag, dem 19. März 2024, am Schulkinotag im Astra-Kino Essen teil. Zusammen mit über 180 Schülerinnen und Schülern sahen sie One Life, die Verfilmung des Lebens von Nicholas Winton.

Winton war ein britischer Börsenmakler, der bei einem Aufenthalt in Prag die elenden Bedingungen sah, unter denen (meist jüdische) Flüchtlingskinder in Lagern leben mussten. Gemeinsam mit einem kleinen Kreis an Helfern gelang es Winton, britische Visa, Pflegefamilien und Bürgschaften zu organisieren. 669 Kindern konnten so per Kindertransport aus der Tschechoslowakei gerettet werden, bevor die Nationalsozialisten die Rettungsaktion stoppten. Insgesamt retteten die meist privat initiierten Kindertransporte in Europa fast 20.000 Kinder. Dem stehen etwa zwei Millionen Kinder gegenüber, die während der NS-Zeit ermordet wurden. Der Titel des Films mit Anthony Hopkins ist also mehrdeutig: Er deutet an, was ein einzelner Mensch bewirken kann, aber auch, dass jedes einzelne gerettete Leben zählt, selbst unter scheinbar aussichtslosen Bedingungen.

Dr. Mathis Gronau, Historiker an der Universität Duisburg-Essen, führte in den historischen Hintergrund der Kindertransporte ein und beantwortete auch im Anschluss noch Fragen. Wie man denn das Thema ‘Kindertransporte’ unter Jugendlichen bekannter machen könnte, wollten Kimiya und Ella zum Beispiel wissen. Dr. Gronau meinte, hier seien gerade die Medien gefragt: Filme und historische Projekte auf Social Media, wie rund um Anna Frank, könnten Geschichte lebendig werden lassen. Aber auch Stolpersteine könnten helfen, die Erinnerung wachzuhalten.

Die Schülerinnen und Schüler berichtete, dass sie am 14. Juni 2024 an einer Stolpersteinverlegung für Karl Hirschland, einen ehemaligen Goethe-Schüler, mitwirken werden. Da Karl die Flucht mit Hilfe eines Kindertransports gelungen war, haben die Schülerinnen und Schüler im Unterricht Erklärvideos zu den Kindertransporten erstellt. Wer mehr über Nicholas Winton und Karl Hirschland erfahren möchte, kann sich online einen Überblick auf unserer Erklärfilm-Seite Kindertransporte verschaffen.

Wir bedanken uns herzlich bei Dr. Gronau und den Organisatorinnen der Schulkinowochen NRW für die interessanten Gespräche und die Möglichkeit, einen Vormittag lang das Klassenzimmer gegen den Kinosaal einzutauschen!

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Kindertransporte

Der englische Differenzierungskurs GW (Gesellschaftswissenschaften) hat sich im März 2024 ein historisches Schwerpunktthema gewählt: die Kindertransporte nach Großbritannien, durch die fast 20.000, meist jüdische, Kinder und Jugendliche vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten gerettet wurden, davon etwa 10.000 deutsche. Eines dieser Kinder war Karl Hirschland, der sich später Charles Hannam nannte. In seinen Erinnerungen ‘A Boy in Your Situation’ hat er seine einsame Zeit am Goethe-Gymnasium in Rüttenscheid beschrieben und den Hass, der ihm von nicht wenigen Mitschülern und Lehrern entgegenschlug, aber auch die Rettungsaktion, die ihn in Sicherheit brachte.

Für Karl Hirschland, der am 28.5.2015 im Alter von 89 Jahren verstorben ist, verlegen unsere Schülerinnen und Schüler am 14. Juni 2024 einen Stolperstein. Karl und seine Schwester Margot überlebten, aber Karl haben die traumatischen Erinnerungen an die NS-Zeit nie losgelassen. Nach dem Tod der Mutter musste er sich von seinem Vater, Max Hirschland, und seinem Großvater trennen. Damals wusste er nicht, dass er beide nie wiedersehen würde. Während Karls Weg durch den Kindertransport in eine neue Heimat führte, wurde die Situation für Vater und Großvater immer schwieriger. Beide wurden schließlich deportiert und später in Theresienstadt ermordet.

The Trauma of the Children Before, During and After the Kindertransport – a Video by Ella und Zara (Year 9)

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The Kindertransport: a Rescue Effort. A Video by Lena und Kimiya (Year 9)

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The Kindertransport – a Rescue Operation. A Video by Carlotta and Pia.

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The Kindertransport – an Introduction. A Video by Jens, Johann and Jonathan (Year 9)

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Organising the ‘Kindertransport’ – a Video by Jonna und Luise (Year 9)

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The Historical Background of the ‘Kindertransports’, a Video by Mats and Miles (Year 9)

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The Czech ‘Kindertransport’, a Video by Lea (Year 9)

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Illustrationen:

Die Zeichnungen hat Zara Urayama (Jgst. 9) anhand einzelner historischer Fotos erstellt, die sie zu einem Familienbild zusammengefügt hat. Nur von Karls Schwester Margot lag keine Aufnahme aus Kindheitstagen vor.