Geschichte im Amtsgericht Gelsenkirchen

Am Freitag, dem 20. Februar 2026, hat unsere internationale Geschichts-AG Europe Remembers eine Ausstellung im Amtsgericht Gelsenkirchen über die NS-Justiz besucht. Die Direktorin des Amtsgerichts, Felizitas Hense-Neumann, begrüßte die Schülerinnen und Schüler, bevor Ihr Amtsvorgänger, Dr. Mathias Kirsten, mit den Jugendlichen aus der 10. Klasse darüber sprach, wie sich die Justiz im Dritten Reich von den Nationalsozialisten hatte vereinnahmen lassen.

Der ehemalige Richter hatte die Schülerinnen und Schüler bereits zu einer Führung im Essener Landgericht getroffen. Da die Zehntklässler mehr über die Rolle der Justiz wissen wollten, besuchten sie nun die Ausstellung in Gelsenkirchen. Hier setzte Dr. Kirsten einen besonderen Schwerpunkt auf die schleppende Aufarbeitung von begangenem Unrecht in der Bundesrepublik. So wurden in 6500 Verfahren gegen NS-Verbrecher vor westdeutschen Gerichten nur 169 Beschuldigte als Mörder zu lebenslangen Strafen verurteilt. Ein Grund dafür war, dass viele lediglich als ‚Gehilfen‘ des Terror-Regimes eingestuft wurden. Die Tatsache, dass jemand als Wachmann in einem Vernichtungslager gearbeitet hatte, genügte beispielsweise in der Regel nicht. Es wurde ein konkreter Tatnachweis gefordert. Erst 2011 schrieb das Landgericht München Justizgeschichte, indem es diese Rechtsprechung änderte und eine Haftstrafe für einen Wachmann verhängte. Das Landgericht München entschied damals erstmalig, dass allein die Anwesenheit im Lager und die Kenntnis von den Morden ausreichten, um eine Verurteilung wegen Beihilfe zum Mord herbeizuführen.

Im Anschluss an die historische Führung durften die Schülerinnen und Schüler einen laufenden Strafprozess besuchen. Da der Angeklagte es allerdings versäumt hatte, dem Gericht mitzuteilen, dass er einen Dolmetscher benötigte, musste das Verfahren schon nach wenigen Minuten vertagt werden. Der Vorsitzende nahm sich daraufhin Zeit, um mit den Schülerinnen und Schülern über seinen Arbeitsalltag zu sprechen. Er erklärte ihnen unter anderem den Unterschied zwischen einfachem Diebstahl und Raub bzw. räuberischer Erpressung. Dieser Fall hätte zuvor verhandelt werden sollen. Da der Beschuldigte allerdings nicht zum Termin erschienen war, musste ein Haftbefehlt ausgestellt werden. Für die Schülerinnen und Schüler war dieser Einblick in die Abläufe eines Gerichts ebenfalls sehr spannend. Wir bedanken uns daher herzlich bei Dr. Kirsten und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Amtsgerichts Gelsenkirchen für eine sehr interessante Exkursion!

Handy-Sammelaktion

Im Februar 2026 sammelt unser Junior-Nachhaltigkeitsclub aus den Klassen 9 und 10 alte und defekte Handys. Die Schülerinnen unterstützen damit das Projekt Berggorilla-Direkthilfe des Zoo Krefeld. Der Erlös, den der Zoo für die gespendeten Handys von Recyclingfirmen erhält, wird vollständig in Gorilla-Schutzgebiete investiert. Das Projekt wird ausschließlich von ehrenamtlichen Mitgliedern betreut.

Was hat Dein Handy mit den Gorillas zu tun?

Die Menschenaffen sind in Gefahr – durch die Produktion von Handys. Besonders stark zur Zerstörung ihrer Lebensräume trägt nämlich der Abbau von Gold, Silber und Kupfer bei. Aus diesem Grund lohnt es sich, alte Geräte zu recyceln. Hierdurch wird eine große Menge wertvoller Rohstoffe, darunter auch Kupfer, Nickel, Kadmium und Aluminium, wiedergewonnen – und das reduziert den Abbau in den natürlichen Lebensräumen der Menschenaffen.

Macht also mit und bringt alte und kaputte Handys zur Goetheschule! Auch unser Sekretariat nimmt die Geräte gern entgegen.

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Poster von Sophia Kostopoulou, Klasse 9, erstellt mit Canva.

Poster von Antonina Soltyska, Klasse 9, erstellt mit Canva.

Das Video wurde mit Adobe erstellt und der kleine Gorilla wurde KI-generiert.

Aktuelle Termine United Change Club

Mittwoch, 21.1., 2. Pause: Fragenkatalog Film ‘What Democracy Means to Me’

Freitag, 23.1, 2. Pause: Zuordnung der Fragen

Montag, 26.1, 7. und 8. Stunde: Probelauf Film; Besprechung Drehplan und Staging

 

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Schülerforum 2026

Wir starten ins Jahr 2026 mit einem internationalen Buddies without Borders-Schülerforum für alle von 15 bis 18 Jahre. Immer samstags, vom 7. Februar bis zum 7. April 2026 könnt Ihr Euch online in englischer Sprache mit Schülerinnen und Schülern aus 30 Ländern austauschen und bekommt Input von Expertinnen und Experten zum Thema ‘Power for a better Future’:

From building a home to building a country, we need energy. Yet most current energy use relies on polluting fuels. How can we overcome this challenge and make the Paris Agreement a reality?

In Teams von 4-5 Schülerinnen und Schülern aus verschiedenen Nationen recherchiert Ihr über die Situation eines Landes und bereitet eine kurze Präsentation vor. Alle aus der Gruppe erstellen außerdem gemeinsam ein Essay, das die Herausforderungen zusammenfasst, die in den nächsten Jahren angegangen werden müssen und die Lösungsmöglichkeiten, um nachhaltige und bezahlbare Energieversorgung zu garantieren.

Bei Eurer Arbeit werdet Ihr von Studierenden und Lehrern aus Australien, Großbritannien, Vietnam, Irland und den USA begleitet und betreut und trefft außerdem Klima-Experten und Vertreter des Executive Committee of the World Federation of United Nations Associations (WFUNA). Die erfolgreiche Teilnahme wird Euch mit einem Zertifikat von Global Education Destinations bescheinigt. Wer seine Sache besonders gut macht, kann außerdem auf Wunsch eigene Projekte umsetzen oder sich für eine Online-Praktikum qualifizieren. 

Bei Interesse meldet Euch bei Frau Heup oder bei Johann Kaufmann aus der Q1, der für den United Change Club bereits an einem internationalen Schüler-Forum teilgenommen hat. Anmeldungen sind ab sofort möglich.

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Jahresrückblick 2025

Im Jahr 2025 können wir auf vielfältige Aktivitäten zurückblicken, die neue Horizonte eröffnet haben. Unsere internationalen AGs waren aktiv in der Vorbereitung von Erasmus-Tagen mit französischen und dänischen Schulen, unsere internationalen Nachhaltigkeitsclubs haben den Online-Austausch mit Thailand fortgeführt, unsere IB-Schüler haben ihr IB Diploma Programme mit herausragenden Ergebnissen abgeschlossen, die No Fear Drama Group hat Shakespeare auf die Bühne gebracht – und viele unterschiedliche Akteure haben sich an unserem 10-jährigen Erasmus-Jubiläum beteiligt, das ganz im Zeichen von Demokratie und Vielfalt stand. Partner aus Politik und Medien haben dabei insbesondere das Thema Extremismus aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet, während Historiker und Zeitzeugen der zweiten Generation mit Schülerinnen und Schülern über Extremismus in der deutschen Geschichte gearbeitet haben.

Eine kleine Übersicht der Initiativen zu den Schwerpunkten Demokratie, Nachhaltigkeit und qualitativ hochwertige Bildung haben wir im E-Book Global Learning 2025 für Sie zusammengestellt.

Viel Spaß mit dem Jahresrückblick 2025!

Karmen Heup & Martina Féaux de Lacroix