Im Haus der Essener Geschichte

Am Montag, dem 21.8.2023, waren 26 Schülerinnen und Schüler aus der History-AG der Jgst. 10 unterwegs im Haus der Essener Geschichte.

Unter Leitung von Herrn Goriß durfte die Gruppe einen Blick hinter die Kulissen des Stadtarchivs werfen. Im Magazin, das hinter einer Stahlfassade auf vier Etagen das “Gedächtnis der Stadt” bewahrt, gab es unter anderem mittelalterliche Urkunden zu entdecken. Genau so interessant fanden die Schülerinnen und Schüler auch eine Akte, die in alten Briefen und Erlassen die “Errichtung der Goetheschule – Oberschule für Jungen” dokumentiert.

Nach einem Abstecher in die Restaurationsabteilung, wo historische Dokumente in teils monatelanger Arbeit gesäubert und konserviert werden, gab es zum Schluss einen Rundgang durch die Ausstellung zur Essener Stadtgeschichte. An die Zeit des Nationalsozialismus und die große Unterstützung für die NSDAP, die in Essen bereits in den späten 1920er Jahren sichtbar wurde, wird hier mit Fotos, Propaganda-Plakaten und Geschichten von Opfern und Widerstandskämpfern erinnert.

Im Bunkermuseum

Die Monate Mai und Juni 1943 waren Höhepunkt der Battle of the Ruhr, der Luftoffensive im Ruhrgebiet vor 80 Jahren. Unsere Geschichts-AG der Jgst. 9 hat sich am Freitag in Oberhausen mit dem Luftkrieg und seinen Folgen für die Bevölkerung beschäftigt. Im dortigen Bunkermuseum konnten die Schülerinnen und Schüler eine Anlage besichtigen, die während des 2. Weltkrieges bis zu 2.000 Menschen Schutz bot, auch wenn sie für deutlich weniger Personen ausgelegt war. Entsprechend schwierig waren die Bedingungen im Bunker hinsichtlich der Hygiene und Versorgung. Besonders belastend war außerdem die Angst vor möglichen Giftgasangriffen, die allerdings im Zweiten Weltkrieg glücklicherweise ausblieben. Die Turbinen und Filteranlagen im Bunker waren trotzdem wichtig, um die Menschen mit Frischluft zu versorgen und die von draußen angesaugte Luft nach einem Angriff von Schmutzpartikeln zu reinigen.

Noch heute betritt man den Bunker durch die Schleuse. Das blaue Licht in diesem Durchgangsbereich sollte es Piloten der alliierten Bomber erschweren, das Ziel aus der Luft auszumachen. Schließlich war Verdunkelung während der Kriegsjahre ein strenges Gebot.

Auch wenn der Kalkverputz brüchig aussieht und an vielen Stellen abblättert, sind die Stahlbetonwände des Bunkers, die an keiner Stelle weniger als einen Meter dick sind,  massiv. Handyempfang gibt es daher im Bunker nicht.

Dafür informieren zahlreiche Schautafeln und Video-Installationen mit Filmaufnahmen von Augenzeugenberichten über die Bunkeranlage, die Situation an der Heimatfront und den Hintergrund des Krieges. Die Schülerinnen und Schüler recherchierten vor Ort in fünf Kleingruppen und stellten ihre Ergebnisse anschließend in der großen Gruppe vor.

Auch Fotoaufnahme haben die Schülerinnen und Schüler im Bunker angefertigt. Diese ergänzen nach den Ferien des Erinnerungsprojekt, im Rahmen dessen die Schülerinnen und Schüler in diesem Halbjahr auch schon die Foto-Sammlung des Folkwang-Museums, die Alte Synagoge Essen, die Steinwache Dortmund und das KZ Buchenwald besucht haben.

Dortmund Remembers: Die Steinwache

Wer zwischen 1933 und 1945 durch das schwere Tor der Steinstraße 50 in Dortmund trat, dem zeigte sich ein ganz ähnliches Bild wie heute, denn das hohe Gebäude mit den  vergitterten Fenstern ist dem Bombenhagel rund um den Dortmunder Hauptbahnhof entgangen. Dessen ungeachtet steht die “Steinwache” in der Erinnerung vieler vor allem für Leiden und Willkür. Als die Gestapo, Hitlers geheime Staatspolizei, die Kontrolle der Polizeistation übernahm, wurden Menschen dorthin verschleppt, die kein Verbrechen begangen hatten. Es genügte schon, Mitglied der SPD zu sein oder einen Witz über das NS-Regime gemacht zu haben und man konnte als ‘politischer Gefangener’ für viele Jahre in den Zellen der Steinwache festgehalten werden. Folter und Selbstmorde aus Verzweiflung waren in dieser Zeit keine Seltenheit.

Am Freitag, dem 10.2.2023, besuchten 19 Schülerinnen und Schüler der Geschichts-AG der Klasse 9 mit Frau Stöhr (hinten Mitte) und Frau Heup die heutige Mahn- und Gedenkstätte, um mehr über das Unrecht zu erfahren, das dort geschehen ist und Bilder für ein Erinnerungsprojekt zu machen. Ihren Blick auf die Dortmunder Steinwache und weitere Erinnerungsorte in Essen und den Nachbarstädten werden die Schülerinnen und Schüler im nächsten Schuljahr mit uns und unseren europäischen Partnerschulen teilen.

Kulturtag 2023

Zu Fuß, mit Bussen und Bahnen waren sie unterwegs: über 800 Schülerinnen und Schüler der Goetheschule und mehr als 60 Lehrerinnen und Lehrer machten sich am Donnerstag, dem 19. Januar 2023, trotz Schneechaos von Bredeney auf den Weg in die Essener Philharmonie, um das eigene Orchester auf der ganz großen Bühne zu erleben.

Zum Vergrößern auf das Bild klicken.

Das Kompositionsprojekt “Aufstand des Gewissens” unter musikalischer Leitung von Dr. Marcus Schönwitz war aus monatelanger Arbeit der Musikkurse in der Jahrgangsstufe 12 hervorgegangen, rund um die Frage: “Was macht Kunst mit uns?”. Ist Kunst vor allem Ablenkung und Zerstreuung, harsche Gesellschaftskritik oder zarte Berührung?

 

Zum Vergrößern auf das Bild klicken.

Am Ende des Konzertes gab es Jubel und minutenlangen Beifall im voll besetzten Alfried Krupp-Saal der Philharmonie für alle, die an diesem riesigen Projekt mitgewirkt hatten.

Die gedruckten Programme werden sicher für viele eine schöne Erinnerung an einen ganz besonderen Schultag sein.

Schulleiterin Dr. Nicola Haas und Chorleiterin Mechthild Müller-Notthoff waren unter den ersten, die Orchesterleiter Dr. Marcus Schönwitz zu der erfolgreichen Aufführung gratulierten.

Nach Ende des Konzerts ging der Kulturtag für 17 Schülerinnen und Schüler der Jgst. 9 im nahegelegenen Folkwang-Museum weiter, wo die Schülerinnen und Schüler sich für die Fotografische Sammlung interessierten. Im Rahmen des Projekts Essen Remembers werden sie selbst fotografieren und dabei versuchen, ungewöhnliche Blickwinkel zu entwickeln.

Essen erinnert sich

Wie wäre es, den Verbrechen der NS-Zeit und der Geschichte der Shoah nicht in Geschichtsbüchern, sondern durch  praktische Arbeit mit Historikern und Begegnungen mit Experten nachzuspüren? Schülerinnen und Schüler unserer Jgst. 9 haben die Möglichkeit zur Teilnahme an einem besonderen Geschichtsprojekt, das den Besuch von Erinnerungsorten im Ruhrgebiet und eine Fahrt nach Weimar einschließt, wo sie im Konzentrationslager Buchenwald Forscherinnen und Forscher bei ihrer Arbeit unterstützen werden.

In Anbindung an das Projekt “Essen erinnert sich”, das wir im letzten Schuljahr begonnen haben, möchten wir Ausflüge zu geschichtsträchtigen Orten in Essen, Bochum, Dortmund usw. unternehmen, dort mit Experten ins Gespräch kommen und versuchen, die Stimmung und Bedeutung dieser Orte mit der Kamera einzufangen. Ziel ist es, dass wir daraus einen Foto-Bildband gestalten, den wir im nächsten Schuljahr gemeinsam mit ausländischen Partnerschülern erweitern möchten. Aus “Essen erinnert sich” wird dann “Europa erinnert sich”.

Zum Projekt gehört auch der Besuch eines Konzentrationslagers. Wir fahren vom 5. bis 8. Mai 2023 nach Weimar und helfen dort Archäologen und Restauratoren bei ihrer Arbeit. Ihr erfahrt also ganz praktisch, wie historische Forschungen durchgeführt und dokumentiert werden.  Auch darüber möchten wir in unserem Buch berichten. So werden schließlich lokale, nationale und internationale Erfahrungen zusammengeführt.

Interessierte Schülerinnen und Schüler der Jgst. 9 kommen bitte am Dienstag, dem  15. November 2022, in der 2. Pause zur Info Session in Raum 38.

Ansprechpartnerinnen sind Frau Stöhr und Frau Heup.