Wahrheit und Verrat

Am 9. Mai 2026 nahmen Schülerinnen und Schüler der Geschichts-AG an einer Filmvorführung über einen jungen Widerstandskämpfer teil. Die Lebensgeschichte von Helmut Hübener hat Journalist Ulrich Sander zusammengetragen, der im Astra-Kino über seine Recherchen berichtete, auf denen der Film basiert. 

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Filmkritken

Emilie und Justus schreiben im Folgenden darüber, wie sie den Film erlebt haben: 

„Wahrheit & Verrat“

Der Film „Wahrheit & Verrat“ von Matt Whitaker erzählt die Geschichte des jungen
Widerstandskämpfers Helmut Hübener während der Zeit des Nationalsozialismus. Der
Film basiert auf wahren Ereignissen und zeigt, wie ein Jugendlicher den Mut fand, sich
gegen ein mächtiges und gefährliches Regime zu stellen. Besonders beeindruckend ist,
dass Helmut am Anfang des Filmes erst sechzehn Jahre alt war.

Die Handlung spielt im Jahr 1941 in Hamburg. Deutschland befindet sich mitten im
Zweiten Weltkrieg, und die Nationalsozialisten kontrollieren die Medien und die
Informationen, die die Bevölkerung erhält. Viele Menschen glauben den offiziellen
Meldungen, weil sie keine anderen Informationsquellen haben. Helmut Hübener beginnt jedoch, die Aussagen der Regierung zu hinterfragen. Er ist neugierig und möchte wissen, was wirklich geschieht. Deshalb hört er heimlich ausländische Sender mit einem Radio, das er von seinem Bruder, der in der deutschen Armee kämpft, bekommen hat. Dort erfährt er, dass viele Informationen der nationalsozialistischen Propaganda nicht der Wahrheit entsprechen. Die Berichte aus dem Ausland zeigen ein völlig anderes Bild vom Krieg als die deutschen Nachrichten. Diese Erkenntnis verändert Helmut. Er erkennt, dass die Bevölkerung belogen wird und dass viele Menschen gar nicht wissen, was tatsächlich passiert.

Zum Widerstandskämpfer wird Helmut auch durch das Schicksal seines jüdischen Freundes Salomon Schwarz. Im Film wird gezeigt, wie Salomon immer stärker von der Gemeinde ausgegrenzt wird und schließlich von den Nationalsozialisten verprügelt und verhaftet wird. Für Helmut wird dadurch deutlich, wie ungerecht das Regime handelt.
Anfangs versucht Helmut allein etwas gegen diese Ungerechtigkeit zu unternehmen. Er schreibt Flugblätter, basierend auf den ausländischen Nachrichten, und verteilt diese
nachts in der Stadt. Schon bald schließt er sich mit seinen Freunden Karl-Heinz
Schnibbe und Rudolf Wobbe zusammen. Gemeinsam beschließen die Jugendlichen, weitere Flugblätter zu verteilen. Darin informieren sie andere Menschen über die tatsächliche Kriegslage und über die Lügen der Propaganda.

Heute erscheinen Flugblätter vielleicht nicht besonders bedeutend. Zur Zeit des
Nationalsozialismus waren solche Aktionen jedoch äußerst gefährlich. Das Hören
ausländischer Radiosender war verboten, und die Verbreitung kritischer Informationen
konnte schwere Strafen nach sich ziehen. Wer sich gegen das Regime stellte, musste
mit Gefängnis oder sogar der Todesstrafe rechnen. Trotzdem setzen Helmut und seine
Freunde ihre Aktionen fort.

Die Freundschaft zwischen Helmut, Karl-Heinz und Rudolf spielt im Film eine wichtige
Rolle. Die drei Jugendlichen vertrauen einander und unterstützen sich gegenseitig.
Gleichzeitig zeigt der Film, dass sie unterschiedlich mit der Gefahr umgehen. Helmut
wirkt oft besonders entschlossen und ist bereit, große Risiken einzugehen. Karl-Heinz
unterstützt ihn loyal, obwohl ihm die möglichen Folgen bewusst sind. Rudolf ist
teilweise vorsichtiger und macht sich Sorgen darüber, was passieren könnte, ist
anfangs auch ziemlich zurückhaltend. Dennoch bleibt auch er Teil der Gruppe.
Mit der Zeit werden die Flugblätter jedoch von den Behörden entdeckt. Die Gestapo
beginnt daraufhin mit Ermittlungen, um die Verfasser zu finden. Die Ermittler sammeln
Hinweise und verfolgen verschiedene Spuren.

Ein wichtiger Hinweis ist, dass auf den Flugblättern ein Buchstabe falsch gedruckt wurde. Daraufhin untersuchen NS-Parteimitglieder fast alle Schreibmaschinen der Stadt. Schritt für Schritt kommen sie Helmut und seinen Freunden näher. Schließlich gelingt es der Gestapo, die Jugendlichen zu identifizieren. Helmut, Karl-Heinz und Rudolf werden festgenommen. Für die Drei beginnt nun eine besonders schwere Zeit. Während der Verhöre werden sie unter Druck gesetzt und sollen ihre Taten gestehen. Die Szenen zeigen deutlich, wie rücksichtslos die Nationalsozialisten gegen Menschen vorgingen, die sich gegen das Regime stellten.

Besonders beeindruckend ist das Verhalten von Helmut während der Verhöre. Obwohl er weiß, dass ihm eine harte Strafe droht, bleibt er seinen Überzeugungen treu. Er versucht nicht, seine Handlungen zu leugnen, sondern steht zu dem, was er getan
hat. Nach den Verhören kommt es zu einem Gerichtsverfahren. Das ist Helmuts einzige
Chance der Todesstrafe zu entgehen, indem er seinem Freund Rudolph Wobbe, der bereits 18 Jahre alt ist, die Schuld in die Schuhe schiebt. Doch Helmut weigert sich und wird schließlich wegen Hochverrats zum Tode verurteilt. Zu diesem Zeitpunkt ist er erst siebzehn Jahre alt.

Foto: Hinnerk11, Stolperstein für Helmuth Hübener, 12 April 2015.

Das Ende des Films ist besonders bewegend. Helmut wird hingerichtet, obwohl er noch so jung ist. Sein Schicksal zeigt die Brutalität des nationalsozialistischen Regimes und
macht deutlich, welche Folgen Widerstand damals haben konnte. Insgesamt ist „Wahrheit & Verrat“ ein spannender Film über Widerstand, Freundschaft und den Mut, für die Wahrheit einzustehen. Die Geschichte von Helmut Hübener zeigt eindrucksvoll, dass selbst ein einzelner Mensch einen Unterschied machen kann. Auch heute erinnert uns der Film daran, wie wichtig es ist, für seine Überzeugungen einzustehen und nicht zu schweigen, wenn Unrecht geschieht.

Der Film hat mich persönlich sehr berührt, da ich davor nicht wusste, dass schon so
junge Menschen großes Leid durch die Nationalsozialisten erfahren haben. In meinen
Augen war Helmut einer der mutigsten Jugendlichen während der Zeit des Nationalsozialismus, da er einfach “normal” hätte leben können. Aber er hat sich entschieden, die Wahrheit zu verbreiten obwohl er wusste, was passieren konnte. Auch noch kurz vor seinem Tod stand er für die Wahrheit. So einen Mut findet man nicht oft.

Text: Emilie Nousheri, Jgst. 10

Truth and Treason

The film Wahrheit und Verrat (Truth and Treason) is based on the true story of Helmuth Hübener, a teenage boy living in Germany during World War II. The story takes place in Hamburg, where fear, strict rules and endless propaganda are part of everyday life. At first, Helmuth appears to be an average teen. He lives a normal life and hangs out with his friends. Helmuth starts working at the Bieberhaus, where he is praised for what you could call his ‘propaganda writing’. As part of his job, he gains access to an archive where he finds forbidden texts marked with red cards. This is very important because it makes him question the regime.

As time goes by, his view of the regime begins to change. A breaking point for him comes when his Mormon church forbids members from Jewish origin to take part in worship, and the Nazis later arrest his Jewish friend, Salomon Schwarz. This shocks Helmuth and opens his eyes to the unfair and cruel aspects of the regime. He starts to see that many people are hurt, even though they are innocent.

Right after that, his brother comes to visit. His brother is a German soldier and brings an illegal radio with him. At first, Helmuth just listens to illegal music, but later he starts listening to foreign radio broadcasts. This is strictly illegal in Nazi Germany, but through these broadcasts, he learns the truth about the war and the Nazi regime. He realizes that Nazi propaganda is a whole lot of lies and that Germany is not as victorious in the war as they claim.

Now that he knows, Helmuth decides he cannot remain silent. He begins to write leaflets, and together with his two best friends, Karl-Heinz Schnibbe and Rudi Wobbe, he begins to print them at the church. During this time, he swears to his friends that if he ever gets caught, he will never reveal their names. The typewriter he uses for making the leaflets is borrowed from the church, but it has a major flaw: the letter “p” does not print correctly.

In their leaflets, they Helmuth and his friends tell the real story of the war and try to open people’s eyes. Under the constant threat of death, they secretly distribute these papers throughout Hamburg. At the same time, a romance evolves with a girl whom he met at the Bieberhaus. This girl eventually finds one of the red cards Helmuth had taken. She protects him, which sets things in motion. Helmuth writes her a letter using the same typewriter he uses for the leaflets.

Danger grows as the story progresses. The Gestapo, the secret police of the Nazis, begins to investigate. Throughout the movie, we learn a bit about the main investigator. He has two children, and at one point, he talks about his past. The point of his story is that he hates the truth because it hurts. Eventually, Helmuth is caught because of the letter he wrote to his girl-friend. He is arrested and questioned. Then you can see a bit of development in the Gestapo officer. He tortures Helmuth, but finally makes sure that, at least for a few days, Helmuth is not beaten.

Helmuth is very courageous during this time. He takes the blame for everything and tries to make sure his friends are safe. However, when his girl-friend is threatened and he is physically tortured he gives in. He writes down the names of his friends, and they are subsequently arrested.

Despite his youth, he is put on trial. The judge tries to blame Helmuth’s older friend. The Nazi court is highly unjust, and Helmuth is even advised by his own lawyer to blame his friend for writing the leaflets. In the end, Helmuth Hübener is executed, even though the Gestapo officer submitted a petition for clemency.

The movie shows how strong and brave Helmuth was. In my opinion, the film is very well acted out. It is exciting to watch the character development. However, there are aspects that I find problematic. Firstly, the Mormon Church is never portrayed in a truly negative light, even though historically it behaved in a largely regime-friendly manner. Secondly, we learned that Helmuth Hübener never actually betrayed his friends. Historically, we know little about his interrogation, but this detail was changed by the film-makers.

Justus Beljin, Year 10

Illustrations:

Foto: Hinnerk11, Stolperstein für Helmuth Hübener, 12 April 2015. URL: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Stolperstein_Sachsenstra%C3%9Fe_42_(Helmuth_H%C3%BCbener)_in_Hamburg-Hammerbrook.jpg. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International license.

Proclamation from the Special People’s Court (Volksgerichtshof), which announces Hübener’s execution on 27 October 1942.