Kinder des Widerstands

Am Montag, dem 10. November 2025, sprachen Reinhold Loch und Margret Rest vom Verein der Verfolgten des Nationalsozialismus mit Schülerinnen und Schülern der Jgst. 9 bis 12 über das Schicksal ihrer Väter. Die Begegnung war Teil der Demokratiewochen an unserer Schule, die sich mit aktuellen extremistischen Bewegungen und deutschem Extremismus während der NS-Zeit beschäftigten.

Erich Loch, geboren 1910 in Essen, wurde 1933 verhaftet, als er Wahlplakate für die kommunistische Partei aufhing. Es gelang ihm kurze Zeit später die Flucht nach Holland, wo er sich im Widerstand gegen den Nationalsozialismus engagierte. Als er 1934 Flugblätter und Zeitungen über die Grenze brachte, wurde er verraten und in Aachen verhaftet. Es folgten jahrelange Gefängnisaufenthalte und schließlich 1938 die Überstellung ins KZ Buchenwald. Dort wurde Erich Loch zum Funktionshäftling, das heißt er wurde in der Verwaltung des Lagers eingesetzt: Unter Aufsicht der SS musste er die Lebensmittelverteilung in Buchenwald organisieren. In dieser Funktion gelang es ihm mit der Zeit, heimlich Zucker für die schwächsten Häftlinge in den Krankenbarracken abzuzweigen.

Willi Rattai, geboren 1913, geriet als Mitglied der kommunistischen Jugendorganisation ebenfalls früh ins Visier der Nationalsozialisten. In Flugblättern kritisierte er 1933 die Waffenproduktion der Firma Krupp und musste daraufhin untertauchen. Er wurde verraten und im Essener Gefängnis gefoltert. Nach einem Jahr Einzelhaft wurde er 1934 wegen Hochverrats schuldig gesprochen. Es folgten Aufenthalte in mehreren Konzentrationslagern. Das KZ Buchenwald musste Will mit aufbauen und auch in Sachsenhausen wurde er zu schwerster Zwangsarbeit herangezogen.

Für Margret Rest und Reinhold Loch, hier vor den Stolpersteinen vor unserer Schule, ist es ein Anliegen, als ‘Kinder des Widerstandes’ die Erinnerungen weiterzugeben. Mehrere Exemplare ihres Buch, erschienen unter eben diesem Titel, haben sie für die Schüler- und Lehrerbücherei gestiftet. „Wir haben unseren Vätern viele Fragen nie oder viel zu spät gestellt“, sagte Herr Loch, und forderte die Schülerinnen und Schüler auf: „Nutzt die Chance, die ihr heute habt. Sprecht über die Vergangenheit. Stellt Fragen!”