IGA-Schnuppertag

Am 9. September 2026 durften wir einen Tag im Planungsbüro der Internationalen Gartenausstellung (IGA) verbringen und konnten einen Einblick in verschiedene Abteilungen bekommen. Die IGA ist eine Ausstellung für Gartenbau und Stadtentwicklung, die alle zehn Jahre in wechselnden Regionen stattfindet.

Im Frühjahr 2027 wird die IGA im Ruhrgebiet eröffnet – mit Parks in Duisburg, Dortmund, Gelsenkirchen, Lünen und Castrop-Rauxel. Ziel ist es, konkrete Lösungen für den Klimaschutz in Städten zu präsentieren und die Lebensqualität in Zukunft nachhaltig zu erhöhen. Nach der Veranstaltung werden die neu gestalteten Gärten an die Städte übergeben und bleiben dauerhaft als Parks für die Bürgerinnen und Bürger erhalten.

Schon bei der morgendlichen Mitarbeiterversammlung ist uns eines aufgefallen: Die Stimmung unter den fast 100 engagierten und sehr verschiedenen Menschen war fantastisch. Kaum vorstellbar, dass sie sich Ende nächsten Jahres alle wieder trennen werden, wenn die IGA endet. Gleichzeitig haben wir gesehen, was sie aus dem Nichts aufbauen: fünf Parks, 178 Tage Veranstaltungen, ein Programm für 3.1 Millionen Menschen. Ein einzigartiger Versuch, dem ‚Ruhrpott‘ Nachhaltigkeit  noch ein Stückchen näherzubringen!

Im Folgenden erfahrt ihr etwas über die spannenden Abteilungen, die wir besucht haben:

Die Stabsstelle der IGA:

Was ist eigentlich eine Stabsstelle?, haben wir uns gefragt. Durch ein nettes Gespräch mit Frau Gießner konnten wir mehr über ihren Aufgabenbereich in Erfahrung bringen.
Eine Stabstelle stellt eine Verbindungsstelle zwischen der Geschäftsführung und den verschiedenen Abteilungen dar. Hierbei koordiniert die Stelle den Austausch von Informationen zwischen der Geschäftsführung und den verschiedenen Abteilungen. Aber wer entscheidet welche Informationen weitergegeben werden? Dies müssen Mitarbeiter der Stabsstelle eigenständig abwägen. Während die Geschäftsführung Entscheidungen trifft und wichtige Kontakte knüpft, kümmert sich die Stabsstelle um die Kommunikation zwischen allen Abteilungen, bereitet Termine vor und kümmert sich um den Empfang von Besuchern. Wer hier arbeitet, muss schnell Probleme erkennen und selbstständig nach Lösungen suchen. Es ist ein Job, bei dem man flexibel, anpassungsfähig und stressresistent sein muss. Das Motto der Stabstelle ist: „Learning by doing“.

Plan, Bau und Betrieb

Besonders beeindrucken fanden wir auch Plan, Bau und Betrieb: In der größten Abteilung der Gesellschaft kommen Ingenieure, Architekten, Projektplaner, Geologen und Experten verschiedenster Bereiche zusammen. Nachdem wir die (wortwörtlich) riesigen Pläne der Parks gesehen haben, duften wir den Mitarbeitern noch etwas auf die Finger schauen. Wer hätte gedacht, dass ein in Excel-Tabellen vertiefter ITler im selben Raum sitzt wie eine ehemalige Ingenieurin, die gerade spontan eine Karte umzeichnet? Hier konnten wir hier sehen: Ohne gute Teamarbeit ist die Planung von vielen Details, die für die Besucher selbstverständlich sind – die Position der Beete, eine gute Gastro oder einfach nur die Parkplätze – wirklich unmöglich.

Gärtnerische Ausstellung

Was die IGA so besonders macht, ist tatsächlich der enge Austausch der verschiedenen Fachrichtungen untereinander. Keiner arbeitet allein, auch nicht die Abteilung, die für die Gärten zuständig ist. Sie arbeitet ihrerseits mit der Abteilung für Plan, Bau und Betrieb zusammen und kümmert sich darum, dass alle Besucher und Besucherinnen einen einmaligen Eindruck von der vielfältigen Pflanzenwelt bekommen, von Wildblumen, Gartengewächsen und Wasserpflanzen bis hin zu extravaganten Kakteenarten. Der Landschaftsarchitekt darf seiner Kreativität in der Planung seiner Projekte freien Lauf lassen und zu einem bestimmtem Thema passende Landschaften kreieren. In dieser Abteilung hat uns besonders gefallen, wie man aus bereits vorhandenen Materialien einzigartige und originelle Schauplätze erschaffen kann.

Veranstaltungen

In der Abteilung Veranstaltungen werden gerade 6000 Events vorbereitet. Dazu gehören unter anderem Koch- und Naturkosmetik-Workshops, Kinder- und Familienangebote sowie Yoga- und Pilates-Kurse. Auch Konzerte mit verschiedenen Künstlern werden geplant und organisiert. Im nächsten Jahr wird es zum Beispiel Auftritte von bekannten Musikern geben.

Finanzen

Die Finanzen ähneln der Stabsstelle, weil sie das Rechnungswesen aller Abteilungen abdecken. Sie beschäftigen sich mit Steuern, Rückstellungen, Kosten für Büro-und Baumaterial , Lizenzen für Software, Mieten sowie den Preisen von Ticketanbietern. Insofern kann niemand auf die Abteilung Finanzen verzichten. Besonders erstaunlich fanden wir, wie viele Pflichtangaben man überprüfen muss, bis eine Rechnung erstellt werden kann. Diese Aufgabe erfordert ganz viel Aufmerksamkeit fürs Detail.

Die Marketing- und Kommunikationsabteilung

Bei Null starten, Reichweite gewinnen und Werbung machen? Genau das macht die Marketing- und Kommunikationsabteilung der IGA. Denn um so ein großes Projekt zu planen und umzusetzen, braucht es vor allem eines – und zwar viele Besucher! Durch Social Media-Kanäle, Merch und Webseiten lockt die IGA ihre Besucher für die Gartenausstellung an. Woher sonst sollen die Leute wissen, dass die größte Gartenausstellung Europas im Ruhrgebiet stattfinden wird?

Die Presse- und Medienkommunikation

Eng mit der Abteilung Marketing und Kommunikation arbeitet die Abteilung Presse- und Medienkommunikation der IGA 2027 zusammen. Während das Marketing unter anderem Werbung, Kampagnen und die Ansprache verschiedener Zielgruppen plant, informiert das Presseteam Journalistinnen und Journalisten über aktuelle Entwicklungen rund um die Internationale Gartenausstellung. Es verfasst Pressemitteilungen, beantwortet Medienanfragen, organisiert Pressekonferenzen und Interviews und begleitet wichtige Termine in den Zukunftsgärten. Ziel ist es, die vielen Themen der IGA – von Gartenkunst und Klimaanpassung über Kultur und Bildung bis hin zu den Baufortschritten – verständlich und spannend in die Öffentlichkeit zu bringen.

Bei unserem Besuch konnten wir das Presseteam leider nicht persönlich kennenlernen. An diesem Tag organisierte es im IGA-Zukunftsgarten Dortmund ein wichtiges Vernetzungstreffen mit den Pressesprecherinnen und Pressesprechern aller Bundesgartenschauen, die bis 2037 in Deutschland stattfinden werden. Dort tauschten sie Erfahrungen aus, lernten voneinander und sprachen darüber, wie die kommenden Gartenschauen gemeinsam noch bekannter gemacht werden können.

Interview Marketing

Um mehr über die Personen, die hinter der IGA stehen, zu erfahren, haben wir Dorothea Georg und Pia Wegge aus der Abteilung Marketing interviewt.

Wie gestalten Sie die IGA für alle Zielgruppen attraktiv?
Frau Georg: Beispielsweise wollen wir Familien ansprechen, indem Kinder bis einschließlich 14 Jahre keinen Eintritt zahlen müssen und Jugendliche nur die Hälfte zahlen. Zudem gibt es verschiedene Programmpunkte für die verschiedenen Zielgruppen.

Wieso habt ihr euch für die IGA als Arbeitgeber entschieden?

Frau Wegge: Durch meinen ehemaligen Chef bin ich auf die IGA gekommen. Aber grundsätzlich bin ich mit einem Kleingarten aufgewachsen und das Interesse für Blumen und den Garten hat schon immer bestanden. Durch eine Besichtigung ist mir das Ausmaß der IGA bewusst geworden. Vor allem, wenn man im Ruhrgebiet groß geworden ist, handelt es sich hierbei um ein Herzensprojekt!

Frau Georg: Ich bin in Bochum geboren und sehe mich als richtiges Bochumskind. Als ich von der IGA gehört habe, dachte ich, dass es eine großartige Möglichkeit wäre, das Ruhrgebiet, meine Heimat, zu vertreten.

Könnt ihr anderen empfehlen bei der IGA anzufangen?
Frau Wegge: Ich muss ehrlicherweise sagen, ich lerne gerade ganz neue Grenzen bei mir kennen, ich komme aus meiner Komfortzone raus und habe echt das Gefühl, dass mich das auf vielen neuen Bahnen stärkt. Es ist zwar hart, aber auch echt schön. Du gehst abends völlig fertig nach Hause, bist aber gleichzeitig auch echt glücklich!

Unsere Highlights vom Schnuppertag hinter den Kulissen:

„Der Einblick in die IGA hat mir sehr gut gefallen, da wir verschiedene Bereiche kennenlernen durften. Besonders interessant fand ich, wie viel Planung hinter einer Gartenausstellung steckt und wie viele verschiedene Menschen aus unterschiedlichen Berufen daran beteiligt sind. Beeindruckt hat mich außerdem, mit wie viel Motivation und Leidenschaft die Mitarbeiter an diesem Projekt arbeiten.“

„Was für mich am eindrucksvollsten gewesen ist, war die Arbeitsatmosphäre. Man könnte denken, dass bei so einem wichtigen Projekt alle eher angespannt sind durch den engen Zeitplan. Im wöchentlichen Mittwochsmeeting aller Abteilungen haben wir aber gesehen, dass zielgerichtete Planung auch mit Humor verbunden werden kann.“

„Mir hat der Einblick in die Abteilung Veranstaltungen sehr gut gefallen, da so viel mehr hinter der Planung steckt als man denkt. Mir hat auch gefallen, dass auf Nachhaltigkeit geachtet wird. Zum Beispiel werden für die Bühnen Musikinstrumente ausgeliehen und Bauteile wiederverwendet. Bei der IGA würde ich am liebsten im Bereich Veranstaltungen arbeiten, da ich denke, dass das am meisten Spaß machen würde.“

„Für mich war die Erfahrung sehr bereichernd. Was ich mitnehme und für mein zukünftiges Arbeitsleben beibehalten möchte, ist, dass ich mit der gleichen Leidenschaft für ein Ziel arbeiten möchte wie die Mitarbeiter bei der IGA. Die IGA hat mir gezeigt, wie schön es sein kann auf etwas hinzuarbeiten, bei dem man am Ende auch sichtbare Resultate erkennen kann.“

„Ich fand es besonders interessant zu sehen, wie viel Arbeit und Geld tatsächlich hinter der Umsetzung solcher Großprojekte stecken. Beeindruckend war auch, wie viele Menschen dafür zusammenarbeiten – direkt bei der IGA selbst, aber auch bei Sponsoren, in Planungsbüros und bei anderen Auftragnehmern.“

,,Mir persönlich hat es vor allem gefallen zu sehen, wie vielseitig die Arbeit bei der IGA ist.‘‘

„So etwas hinter den Kulissen zu sehen war wirklich eine faszinierende Erfahrung und wir sind schon sehr gespannt nächstes Jahr das Produkt der harten Arbeit zu sehen.‘‘

,,Ich bin der Meinung, dass das einige großartige Möglichkeit für das Ruhrgebiet ist, da die IGA Menschen zusammenführt und grüne Orte schafft, die bleiben.‘‘

Anna, Ben, Emilia und Kimiya aus der Jgst. 12 

Lara, Leonie, Paula und Sophia aus der Klasse 10